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Kreisverbände Gotha und Ilmkreis der Linkspartei nominieren Cornelia Hirsch als Direktkandidatin. (Bericht im Freien Wort vom 9. Januar 2009)

Ilmenau – Eine große Flasche „Doppelherz“ statt Blumen gab es am Ende von beiden Kreisvorsitzenden mit den Glückwünschen für Cornelia Hirsch zu ihrer Wahl als Bundestagsdirektkanditatin der Linkspartei. Die 28-Jährige Islamwissenschaftlerin, die seit Herbst 2005 Bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linken ist und sowohl auf dem Campus der TU Ilmenau als auch in der Ilmenauer Altstadt ein Abgeordnetenbüro unterhält, versprach denn auch einen „selbstbewussten, kompetenten Wahlkampf“.

Die Leitung der Wählervertreterkonferenz für den Bundestagswahlkreis 192 Gotha/Ilmkreis im Hotel „Tanne“ mit den beiden Kreisvorsitzenden Eckhard Bauerschmidt (Ilm-Kreis) und Bernd Fundheller (Gotha) sowie Anke Hofmann aus Langewiesen, achtete streng darauf, dass alle notwendigen Wahl-Formalien laut Bundeswahlgesetz eingehalten werden, „damit es keine solchen Fehler oder Schlappen wie bei der CDU oder den Bündnisgrünen gibt“, so Anke Hofmann.

Von den 34 Wählervertretern, 18 aus dem Kreis Gotha und 16 aus dem Ilmkreis, waren 31 anwesend. Zur Sicherheit unterbreiteten beide Kreisvorsitzenden den Wahlvorschlag, „dass Cornelia Hirsch wieder für den Bundestag kandidiert“. Beide Kreisvorsitzende gaben zu, dass sie vor vier Jahren doch einige Vorbehalte hatten: Würde „so was Junges“ der Bundestags- und der Parteiarbeit gewachsen sein? Hirsch war damals über einen Listenplatz eingezogen.

Cornelia Hirsch, die sich gern Nele nennen lässt, versprach einen „kämpferischen Wahlkampf mit dem Ziel, diesen Wahlkreis für Die Linke zu gewinnen.“

Die gebürtige Stuttgarterin kam nach dem Abitur 1999 an die Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Studium der Islamwissenschaften und Wirtschaftskommunikation und absolvierte zwei Auslandssemester in Syrien und Japan.

Ihren Kolleginnen und Kollegen, die Thüringen im Bundestag vertreten, warf sie vor, „klar gegen die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung“ zu handeln. Als Beispiele dafür nannte sie die Abstimmungen zu Hartz IV, zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, zur Gesundheitsreform und zur Rente mit 67. „Wer nicht will, dass die Mehrheit im Bundestag gegen die Mehrheit der Bevölkerung handelt“, so Hirsch weiter, solle sich genau überlegen, wem sie ihre Stimme geben. Sie selbst stehe für linke Alternativen in der Politik, wie guter und gut bezahlter Arbeit, Mindestlohn und öffentliche Beschäftigung. Sie kämpfe für soziale Gerechtigkeit, eine soziale Gesundheitsreform und gerechte Besteuerung. In der Bildungspolitik forderte sie „Gemeinschaftsschulen und individuelle Förderung“. Als „Ignoranz“ bezeichnete sie den Umgang der derzeitigen Mehrheiten mit dem Thema „gleiche Lebenschancen in Ost und West, was besonders bei den Renten deutlich werde.

Angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise bezeichnete sie das derzeitige System als „ein System, das Menschen kaputt macht, weil es ein kaputtes System ist“. Sie sei damals vor vier Jahren zur Linkspartei gestoßen, weil die sich „nicht abfinden will mit dem kapitalistischen System“. Sie wolle ein solidarisches, gerechtes System, das dem Wohl der Menschen dient.

Hirsch erhielt 29 von 31 Stimmen, was einem Anteil von 93,5 Prozent Ja-Stimmen entspricht.